Schattenwürfe

Schattenwürfe

1992 feierten wir den Nikolaustag bei Konstantin und seiner Freundin Kerstin
in ihrem Haus in Grünwald. Der Keller des Hauses war ein einziger Partyraum,
wie geschaffen für ständige, nicht enden wollende Festivitäten. Man war dort
abgeschirmt und abgeschnitten von allem, was draußen das Leben bestimmte,
von Arbeit, Regelmaß und Bürgerlichkeit. Wir blieben dort Tage und Nächte
ununterbrochen, bald wussten wir nicht mehr, was draußen für ein Wetter, für
ein Datum war, der Partykeller mit der Bar „Zum Uferlosen“ wurde zum Luftschutzkeller,
der uns feite gegen die Einschläge der Welt außerhalb.
In diesem Jahr gab es in der Münchner Innenstadt zum ersten Mal eine Lichterkette, die sich gegen die grassierende Fremdenfeindlichkeit richtete. Zum Wiederaufwärmen und zur Nikolausfeier fuhren wir danach in den Grünwalder Keller. Ich hatte für jeden Anwesenden ein Sprüchlein gereimt, das ich dem Nikolaus, gespielt vom Nachbarn, in seinen breiten bayerischen Mund legen wollte. Kurz vor Beginn der Feierlichkeiten erfuhr ic

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